Andreas hat einen Kellerflur und war es leid, dass der noch immer wie ein Provisorium aussah: spartanisch nackte Glühlampe an der Decke, fehlende Türen und kahle Durchbrüche, ein altes, mit einem Tuch verhangenes Regal in einer Nische – viel zu klein für den vorhandenen Platz. Ein schöner Schrank sollte her. Dazu Farbe und Wohnlichkeit. Denn schließlich muss man einen Flur nicht stiefkindlich behandeln, bloß weil man sich dort in der Regel nicht lange aufhält. Und so hat Andreas die Wohnengel Katrin und Nicole mit ihrer handwerklichen Begabung und ihrer Fülle an Ideen herangezogen, um ihm mit Rat und Tat auszuhelfen.

Gestalten mit Farbe

Gerade in einem Keller ohne Fenster ist Helligkeit in der Gestaltung wichtig. Helligkeit erreicht man nicht nur durch Lampen, sondern auch durch die Farbwahl für die Wände. Helle Töne reflektieren das Licht. Auch wirken sie weniger kalt und steril als Weiß. So sorgen sie für eine freundliche, offene Atmosphäre. Helles Beige zum Beispiel eignet sich gut, damit es nicht zu düster wird.

Wem Einfarbigkeit zu langweilig ist, der kann die Wand zusätzlich kontrastreich gestalten. Die Wohnengel haben sich für ein einfaches Wandbild in hellem Grau – passend zu den Möbeln und ebenfalls nicht zu dunkel – entschieden. Es erinnert ein bisschen an eine Ampel, nur nicht so farbig. Die Farbe wurde aus Malerweiß und Abtönfarbe angemischt, bis der richtige Ton getroffen war. Dann konnte es losgehen, und zwar so:

·        Zuerst haben die beiden Engel von Boden bis Decke ein lang gestrecktes Rechteck abgeteilt und markiert. Wasserwaage und Bleistift dienten dabei als Hilfsmittel. Die Fläche wurde so breit gewählt, dass eine große runde Schablone darin Platz und zu den Seiten noch genug Abstand hatte. Die Ränder hat Katrin dann nach außen hin mit Kreppband dicht abgeklebt.

·        Anschließend hat sie die Fläche vertikal in etwa gedrittelt. In jedem Drittel hat sie mit der runden Schablone mittig einen Kreis angezeichnet. Der Deckel einer großen Metallmülltonne kam da gerade recht. Der Haushalt birgt nämlich eine Menge an Hilfsmitteln! Mit der Markierung kann man immer noch korrigieren, sollte man sich beim Aufteilen der Fläche geirrt haben. Und sie dient als Orientierung beim Malen.

· Mit Hilfe des Deckels wurde nun mit der Farbe der Umriss des Kreises nachgezeichnet. Wichtig: Die Schablone fest andrücken und die Konturen vorsichtig nachziehen, damit nichts unter den Rand läuft. Deshalb auch nicht zu viel Farbe auf den Pinsel!

· Zum Schluss hat Katrin den Rest der Fläche mit einer kleinen Rolle und dem Pinsel gestrichen. Und bevor die Farbe trocken war, hat sie die Klebestreifen zur bemalten Fläche hin abgezogen.

Stauraum schaffen

Anstelle des alten Regals musste eine maßgenaue Schranklösung gefunden werden. Die gab es im Baumarkt, und zwar zunächst mal in Form von Möbelbauplatten.

Die kann man sich dort zum Beispiel passend zuschneiden lassen. Eine große Platte mit den Maßen 2,60 x 0,30 kostet etwa 22 Euro. Es gibt aber auch fertig vorbereitete Systeme mit Seiten- bzw. Rückwänden und Böden in verschiedenen Größen, die man ganz nach Bedarf zu einem Schranksystem zusammenstellen kann. Wem die Maße einer Platte zusagen, die Oberfläche und Farbe aber nicht, der kann zu einer farblich passenden, widerstandsfähigen und pflegeleichten Decorsfolie greifen, mit der man das Holz beklebt. Die Wohnengel haben sich hier für Anthrazit entschieden.

Nicole und Katrin haben aus den Platten drei große Schränke und drei Oberschränke zusammengebaut. So haben sie die Wandfläche bis unter die Decke und in voller Breite der Nische ausgenutzt. Wichtig war, die Schränke für guten Halt miteinander zu verschrauben. Zum Abschluss wurden Türen mit passenden Fronten montiert. Auch hier kann man die Farben wählen und sogar die Griffe ganz nach Wunsch aussuchen und anbringen.

Auch das Innenleben des Schrankes lässt sich flexibel gestalten. Der eine braucht mehr Legefläche mit Böden, der andere mehr Platz zum Hängen von Kleidungsstücken und damit Stangen. Beides lässt sich nach Wahl befestigen. Die Wohnengel haben zum Beispiel aus einer Kleiderstange von 1,20 Meter zu etwa fünf Euro einfach zwei gemacht und zwei Schränke damit bestückt. Kosten für den gesamten Schrank: etwa 550 Euro.

Ergänzt wurde das Schranksystem durch ein Regal Marke Eigenbau. Dazu haben die Engel zwei Leisten mit Aussparungen für Regalböden in der Wand verschraubt. Dazu kamen Böden, die aus Ablagebrettern gefertigt und passend zur restlichen Farbgestaltung des Flurs mit grau gemusterter Decorsfolie beklebt wurden. Das Regal sorgt nun im Flur für ein Extra an Stauraum und bietet außerdem die Möglichkeit, den Raum mit Accessoires zu dekorieren.

Dekoration und Beleuchtung

Zusätzliche Dekoration kam im Flur durch Bilder ins Spiel, mit einem Tipp für diejenigen, die Poster mögen, sie aber nicht einfach auf die Wand kleben oder in Bilderrahmen unterbringen wollen: Man kann sie mit Hilfe von Sprühkleber auf eine Spanplatte ziehen.

So eine Platte kann man im Baumarkt bekommen und dort auch gleich auf die Maße des Posters zuschneiden lassen. Meist gehört dies sogar zum Service und wird nicht extra berechnet. Das Aufziehen erfolgt am besten zu zweit. So wird das Bild gerade, und es ist leichter, es blasenfrei aufzukleben. Luftblasen streicht man mit einer Moosgummirolle oder einem Korkschwamm von innen nach außen heraus. Mit dünnen Nägeln kann man die Platte zum Schluss einfach an der Wand befestigen. Die Nägel platziert man am besten dort, wo sie durch das Muster des Bildes kaschiert werden.

Wichtig in einem Kellerraum ist last but not least das Licht. Wo vorher eine kahle Glühlampe den Flur in gleißende Helligkeit tauchte, spendet jetzt eine Leuchte mit flexiblen Strahlern aus dem Baumarkt warmes Licht. Da wegen des Schrankes der Deckenauslass für die Leuchte ein wenig mehr zur Mitte hin verlegt werden musste, haben die Wohnengel einen Elektriker eingeschaltet. Denn solche Arbeiten sollte man immer besser dem Fachmann überlassen.

Durchgänge kaschieren

Im Kellerflur gab es zwei „Löcher“: offene Durchgänge. Weil Andreas kein Geld in neue Türen investieren wollte, haben Katrin und Nicole einfach auf Vorhänge und dazugehörende Stangen aus dem Baumarkt zurückgegriffen. Das Ganze war im Nu montiert. Das Resultat ist ein abgeschlossenes Raumgefühl, ohne dass man sich im Flur eingesperrt fühlt, denn das Material ist natürlich nicht so massiv wie eine Holztür. Mit diesem letzten Schliff war der neue Kellerflur perfekt. Und Andreas hat dafür weniger als 900 Euro investiert.



So locker und so leicht: Die Engel gestaltenim Handumdrehen.


Höllisch ...

... Himmlisch!

Höllisch ...

... Himmlisch!

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